Starkes Holz ist besser als sein Ruf
Starkholz hat zu Unrecht bei Sägewerken einen schlechten Ruf. Dies bestätigen die Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM): Neue Verarbeitungsverfahren, Sortierregeln und Messmethoden helfen dem Image der “starken Stämme” auf die Sprünge.
Der moderne Holzbau verlangt zunehmend nach standardisierten Holzbauprodukten für optisch ansprechende Fassaden und weit gespannte Tragwerke. Schnittholz aus dem äußeren Stammbereich von Starkholz hat gegenüber einem Stück aus Marknähe oder aus einem dünneren Stamm drei Vorteile: Erstens ist es fester, da es eine höhere Rohdichte besitzt und geringere Astanteile hat. Daneben treten Risse seltener auf, auch die Verdrehungsneigung ist geringer. Und drittens “verziehen” sich die Querschnitte von Starkholz weniger beim Trocknen.
Um diese Potenziale des Starkholzes optimal zu nutzen, müssen die Stämme jedoch richtig gesägt und anschließend je nach Verwendungszweck sortiert werden. Bezüglich der richtigen Einschnitttechnik am Starkholzstamm empfehlen die TUM-Holzforscher: Um viele Bretter mit hoher Festigkeit zu gewinnen, sollte man beim Sägen die Lage der Jahresringe berücksichtigen. Ideal ist demnach der so genannte Riftschnitt: Hier wird “mit stehenden Jahresringen” geschnitten. Dabei entstehen besonders feste Bretter, weil die Zuwachszonen des Holzes rechtwinklig zur Brettbreite liegen und die Faserabweichungen durch die Astanteile geringer sind.
Anschließend können die - je nach Dimension als Balken, Bretter oder Kanteln bezeichneten - Bauhölzer nicht nur einer visuellen, sondern auch einer maschinellen Sortierung unterzogen werden. Die TUM-Wissenschaftler haben herausgefunden, dass neue Sortiermaschinen, die Rohdichte und Steifigkeit der Hölzer sowie deren Astanteile bestimmen, eine sinnvolle Alternative zum Auge des Fachmanns sind.
Da durch die jahrelange Herausnahme von Schwachhölzern (Profilzerspaner, PZ) vermehrt Starkholz ín den Wäldern verblieben ist, kann nur ein Umdenken der Sägewirtschaft auf Empfehlung der Recherche von der TUM zweckmäßig und effizient weiter bewirtschaftet werden.
Sollte die Wirtschaft wieder langsam in Schwung kommen und der Schnittholzabsatz florieren, dann wäre Starkholz gewinnbringend nach TUM auszuhalten und zu verarbeiten.
















am 8. September 2009 um 08:33 Uhr.
Das ist doch mal erfreulich zu hören. Ich bin bis jetzt auch davon ausgegangen, dass Starkholz eine mindere Qualität hat. Das Ergebnis dieser Studie könnte in der Tat die Wirtschaft etwas ankurbelt und zu einem florierenden neuen Geschäft werden. Werde mich definitiv gleich weiter informieren.